Samstag, 21. April 2012

Makrofotografie mit Automatik Makro-Zwischenringen

Schon längere Zeit suchte ich nach einer Möglichkeit um vernünftige Makroaufnahmen machen zu können.
Im ersten Schritt wurde eine Vorsatzlinse angeschafft. Damit konnte dann zwar mit allen Objektiven der Abstand zum Motive nahezu auf 0 reduziert und somit der Abbildungsmaßstab bedeutend vergrößert werden. Leider leidet darunter aber die Abbildungsleistung des Objektivs und somit auch die Qualität der Aufnahme.

Möglichkeiten für angehende Makrofotografen

Also schaute ich mich weiter um, was der Markt so anzubieten hat.
Zunächst kommen natürlich mal die unterschiedlichsten Makro-Objektive in Frage, von denen manche ihren Namen allerdings auch nicht wirklich verdienen...  Die für meinen Zweck brauchbaren Makroobjektive liegen wiederum in einer preislichen Dimension, in die ich nicht investieren will. Schließlich möchte ich da ja erst einmal einiges ausprobieren und schauen, ob mir das überhaupt liegt.


Alle drei Ringe: max 65mm
Nach einiger Suche bin ich dann schließlich auf die Automatik Makrozwischenringe von Delamax gestoßen.
Das Set besteht aus 3 Ringen mit je 1mal einer Dicke von 13mm, 21mm und 31mm und ermöglichen so eine maximale Distanzerweiterung von 65mm.
Der Preis dieser Zwischenringe ist durchaus akzeptabel und der Beschreibung nach sollte die Abbildungsleistung des Objektivs erhalten bleiben.
Die Ringe werden zwischen das Kameragehäuse und das Objektiv eingebaut und erhöhen dadurch den Abstand von der hintersten Linse im Objektiv zum Sensor. Dadurch kann man näher ans Motiv heran gehen und trotzdem noch scharf stellen. Dabei nimmt auch der Abbildungsmaßstab zu. D.h. das Motiv wird am Sensor größer dargestellt, als es ohne die Zwischenringe möglich wäre.


Nach einigem Hin und Her habe ich sie dann doch gekauft.

Vor ein paar Tagen sind sie dann angekommen und ich muss sagen, ich war schon bei den ersten Testaufnahmen absolut begeistert!

Die Ringe

Durch die unterschiedlichen Ringhöhen kann der Effekt je nach Objektiv und Motiv sehr flexibel angepasst werden und die Qualität der Fotos ist - im Vergleich zu der Vorsatzlinse - einfach genial. Die Abbildungsleistung des Objektivs bleibt dabei tatsächlich erhalten.
die einzelnen Ringe und die beiden Abdeckkappen

Der erste Test

Also machte ich mich daran, die Ringe einem ausführlichen Test mit verschiedensten Motiven zu unterziehen.
Unter anderem anhand einer kleinen Muschelschale, die ich vor einigen Jahren mal aus einem Urlaub mit nach Hause genommen habe.

Der Testaufbau

Standard-Aufbau: minimaler Motivabstand: 49cm
Hier seht ihr den Grundaufbau des Testsets.
Die Muschel wird auf ein Stück weißes Papier gelegt und die Kamera wird mittels einem Coltgriff mit integriertem Kugelkopf auf ein Stativ gesetzt um konstante Aufnahmebedingungen zu schaffen. Schließlich sollen die Fotos später ja vergleichbar sein.
Das Stativ wird nun in der Höhe so eingestellt das der Abstand zwischen dem Objektiv und der Muschel bei maximaler Brennweite knapp mehr als der Mindest-Motivabstand des Objektivs von 49mm ist. So kann gerade noch scharf gestellt werden und die Muschel wird trotzdem im größtmöglichen Abbildungsmaßstab aufgenommen. Ausgelöst wird die Kamera dann über den im Batteriegriff integrierten Timer im LiveView-Modus um Verwacklungen durch äußere Einflüsse zu minimieren.
Nachdem die richtigen Einstellungen für eine optimale Belichtung gefunden sind wird die erste Aufnahme gemacht.
Danach geht es ans Umbauen des Sets.

Aufbau mit 31mm-Makroring
Der Umbau ist einfach und daher schnell vollzogen. Zunächst wird das Objektiv von der Kamera abgenommen. Dann der 31mm Makroring in das Bajonette an der Kamera montiert und dann auf den Ring das Objetiv.
Die Kameraposition bleibt dabei unverändert um den Effekt des größeren Sensorabstandes zum Objektiv zu demonstrieren. Aber natürlich wandert dadurch das Objektiv näher an unsere Muschel heran.
Dadurch unterschreiten wir nun den Mindest-Motivabstand des Objektivs. Aber durch den größeren Abstand vom Objektiv zum Sensor kann jetzt auch problemlos aus näherer Distanz scharf gestellt werden.
Und so wird nun auch das zweite Testfoto gemacht.

Die Testfotos - eine Gegenüberstellung

Um den Unterschied der beiden Fotos gleich auf den ersten Blick zu sehen stelle ich sie Euch hier mal nebeneinander. Die Bilder wurden von der Originalauflösung nur herunter skaliert; der Bildausschnitt wurde dabei nicht verändert!
Standard-Aufbau
mit 31mm Makro-Zwischenring










Wie ihr seht ist der Abbildungsmaßstab mit dem Zwischenring deutlich angestiegen, ohne dass dadurch die Abbildungsleistung des Objektivs verloren gegangen wäre.
Am besten funktionieren solche Makroaufnahmen natürlich mit größeren Tele-Brennweiten, da dadurch der Abbildungsmaßstab noch weiter erhöht wird. Deswegen habe ich für diesen Test auch keine meiner Festbrennweiten heran gezogen, obwohl diese natürlich nochmal eine bessere Abbildungsleistung hätten...

Pro und Contra

  • günstiger Preis (im Vergleich zu einem "echten" Makroobjektiv)
  • gute Abbildungsleistung des Objektivs bleibt erhalten
  • je nach Ringkombination kann der mögliche Motivabstand (wo immer noch scharf gestellt werden kann) auf praktisch 0mm verkürzt werden
  • einfache Handhabung (wird einfach wie ein Objektiv ins Bajonett gedreht)

  • der obere Verschlussdeckel sitzt sehr locker und wird früher oder später verloren gehen, wenn man nicht aufpasst

Fazit

Ich werde in der nächsten Zeit bestimmt einige Zeit mit den Zwischenringen aufwenden und das eine oder andere Test-Shooting damit machen. Wald und Wiesen sind ja glücklicherweise nicht weit weg und so werden sich bestimmt einige gute Motive finden lassen. :-)
Daher gibt es von mir eine ganz klare Kaufempfehlung für die Automatik Makrozwischenringe.

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